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Anlässlich des 100. Jahrestages des Freundschaftsvertrags zwischen der Schweiz und der Türkei fand am 2. Dezember 2025 in Zürich das 5. Schweizerisch-Türkische Business Forum statt. Die Veranstaltung wurde von Switzerland Global Enterprise (S-GE) ausgerichtet und vom Swiss Turkish Business Council (STBC) organisiert. Im Rahmen eines umfassenden Programms wurden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der bilateralen Beziehungen beleuchtet.

Unter dem Motto „100 Jahre Freundschaft“ verband das Forum historische Einordnung, geopolitische Analysen und zukunftsorientierte Strategien zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern.

Hochrangige Teilnahme und intensiver Austausch

Zu den prominenten Teilnehmenden zählten unter anderem:

  • Şebnem İncesu, Botschafterin der Republik Türkei in der Schweiz
  • Fazlı Çorman, Generalkonsul der Türkei in Zürich – Botschafter
  • Osman Beyhan und Cumali Semeğir, Oberhandelsräte der Türkischen Botschaft in Bern
  • Vertreter des STBC sowie führende Wirtschaftsvertreter aus der Schweiz und der Türkei

Für das kulinarische Angebot zeichneten Set AG als Getränkesponsor und Lekkeray als Catering-Partner verantwortlich. Beide Unternehmen erhielten großes Lob von den Teilnehmenden.

Programmstruktur: Gestern – Heute – Morgen

Die Keynote-Beiträge des Forums waren in drei thematische Blöcke gegliedert:

  • Gestern: Historische Grundlagen der bilateralen Beziehungen
  • Heute: Aktuelle geopolitische und wirtschaftliche Entwicklungen
  • Morgen: Neue Kooperationsfelder und Geschäftsmöglichkeiten

Eröffnungsrede von STBC-Präsident Philippe Graber

In seiner Begrüßungsansprache betonte STBC-Präsident Philippe Graber die Stabilität und Kontinuität der schweizerisch-türkischen Beziehungen:

„Auf dem Fundament eines Jahrhunderts wollen wir nachhaltige und zukunftsorientierte Kooperationsmodelle weiter ausbauen.“

Botschafterin Şebnem İncesu: Strategische Partnerschaft in Zeiten globalen Wandels

Botschafterin Şebnem İncesu verwies auf die rasanten Veränderungen in der globalen politischen Landschaft und die zunehmenden geopolitischen Unsicherheiten. Die Diversifizierung wirtschaftlicher Partnerschaften sei daher für beide Länder von zentraler Bedeutung.

Sie hob zudem die wachsende strategische Rolle der Türkei in Regionen wie Gaza, der Ukraine und Syrien hervor und nannte folgende Kennzahlen zu den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen:

  • Handelsvolumen 2024: 12 Milliarden US-Dollar
  • Gleiches Niveau bereits in den ersten neun Monaten 2025 erreicht
  • Mittelfristiges Ziel: 20 Milliarden US-Dollar

Dr. Max Schweizer: Historische Perspektive „100 Jahre Freundschaft“

Der Historiker Dr. Max Schweizer gab einen fundierten Überblick über die Entwicklung der bilateralen Beziehungen seit den Lausanner Verhandlungen von 1922/23.

Er identifizierte sieben zentrale Etappen, darunter:

  • Die Rolle der Schweiz bei der Konferenz von Lausanne
  • Der Staatsaufbau in den Anfangsjahren der Republik Türkei
  • Die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs
  • Die sowjetischen Forderungen von 1944
  • Der Weg der Türkei in die NATO
  • Die wirtschaftliche Modernisierung in den 1950er-Jahren

Seine Ausführungen verbanden diplomatische Geschichte mit aktuellen geopolitischen Realitäten.

Çalık Enerji Swiss AG: Die Zukunft der Energiepartnerschaften

Referent: Naci Can

Für Çalık Enerji Swiss AG präsentierte Naci Can die laufenden und geplanten Energieprojekte des Unternehmens und unterstrich die zunehmende Bedeutung der Schweiz innerhalb des globalen EPC-Netzwerks (Engineering, Procurement, Construction).

Zu den strategischen Schwerpunkten zählen:

  • Energieprojekte mit einer Gesamtkapazität von über 10 GW in der EMEA-Region und Zentralasien
  • Wasserstofffähige (H₂-ready) Kraftwerke in Polen und Ungarn
  • Investitionen in erneuerbare Energien in Angola, Kosovo und Albanien
  • Stärkere Einbindung schweizerischer Zulieferer in internationale Projektstrukturen
  • Ausbau der Präsenz in der Schweiz über das Büro in Luzern

Naci Can fasste die langfristige Vision wie folgt zusammen:

„Nachhaltige Energieerzeugung, Emissionsreduktion und technologiegetriebene Lösungen werden künftig im Zentrum der schweizerisch-türkischen Zusammenarbeit stehen.“

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